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erschienen in "Pforzheimer Zeitung" vom 13. Juli 2011
Mit Druckluft auf die Kostenbremse
- Straubenhardter Firma Huber setzt auf Energieeffizienz. - Ölfreie Druckluftanlage für Teinacher Mineralbrunnen installiert.
von Lothar H. Neff | Straubenhardt
Von wegen heiße Luft: "Energie sparen, ohne dass es weh tut!" mit diesem Versprechen wirbt Marcus Huber, Chef der Firma Druckluft Huber in Straubenhardt. "Eine Druckluftanlage, die älter als acht Jahre ist, kann mit sehr wenigen Ausnahmen heute nicht mehr wirtschaftlich sein."
Statt die Personalkosten um jeden Preis zu drücken, sollte man zunächst beim Energieverbrauch ansetzen, sagt Huber. Der Druckluftbedarf ist groß: Turbo-, Schrauben-, Kolben-, Atemluftkompressoren oder verschiedene Gebläse sind täglich tausendfach im Einsatz. Selbst im Leerlaufbetrieb werde dabei nach wie vor viel Geld verbrannt. "Viele Nutzer von Druckluft wissen zwar, dass diese Energieform eine der teuersten überhaupt ist, tun aber nichts dagegen." Huber schätzt, dass lediglich fünf Prozent der laufenden Anlagen hinsichtlich der Energiekosten optimiert sind. Die Anlagen stehen im Keller, müssen funktionieren, werden aber selten auf ihre Energieeffizienz überprüft. "Das hat nichts mit groben Schätzungen zu tun, wir können das mit unseren Messungen vor Ort beweisen."
Seit Jahren erarbeitet Huber wirtschaftliche Konzepte zur Bereitstellung von Druckluft in effizienter Form. Er will keine Anlagen von der Stange verkaufen, sondern ein modulares System, das mitwächst, falls einmal größere Mengen benötigt werden. In Partnerschaft mit der WSW Energie & Wasser AG, einem Unternehmen der Wuppertaler Stadtwerke, können diese Druckluft-Versorgungsanlagen auch im Contracting bereitgestellt werden. Der Kunde bezahlt dabei die Druckluft nach tatsächlichem Verbrauch, ohne Investitionskosten. Ein "Return of Investment" von energieoptimierten Druckluftanlagen von weniger als 18 Monaten sei kein Einzelfall. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass etliche Industriebetriebe in zwei Jahren mehr Geld für Energie und Service ausgeben, als eine neue energieoptimierte Druckluftanlage kosten würde. Da beim Drucklufteinsatz viel Wärme entsteht, sei vielfach auch die Wärmerückgewinnung aus dem Ölkreislauf sinnvoll. Bis zu 90 Prozent der Energie für den Heiz-, Brauchwasserkreislauf in Form von Öl oder Gas könnten dabei eingespart werden.
Angefangen hat Huber vor 20 Jahren in einer Garage. Mit 13 Mitarbeitern macht Druckluft Huber heute über 2,5 Millionen Euro Umsatz. Einsatzgebiete sind die Metall- und Kunststoff verarbeitende Industrie sowie die Pharma- und Kosmetikbranche. "Für Teinacher Mineralbrunnen haben wir eine ölfreie Druckluftanlage konzipiert, die wir gerade installieren." Auch im regionalen Unternehmer-Kompetenz-Netzwerk KA-PF wirbt Huber für energieoptimierte Verfahren.
Anzeige von der IHK Nordschwarzwald:
IHK für Optimierung
"Druckluft ist eines der teuersten, aber auch beliebtesten Hilfsmittel in industriellen Betrieben", weiß die IHK Nordschwarzwald. In Deutschland arbeiten demnach über 62 000 Unternehmen mit Druckluft. Die Kosten einer solchen Kompressor-Anlage - über die gesamte Lebensdauer betrachtet - werde zu mehr als drei Vierteln durch die Energiekosten beim Betrieb bestimmt. Die Anschaffungskosten hingegen machten nur 16 Prozent aus.
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